Zypern - Hellenic Copper Mines Ltd.
Praktikum in Zypern
Im Sommer 2015 hatte ich die Möglichkeit für sieben Wochen ein Praktikum in Zypern zu absolvieren. Bereits im Vorfeld habe ich von IAESTE Zypern alle für mich wichtigen Informationen zu meiner Unterkunft und zu meinem Gastland erhalten.
Ablauf des Praktikums
Ich arbeitete in meinem Praktikum für die Firma Hellenic Copper Mines Ltd. Diese baut in einer Mine auf Zypern über Tage kupferhaltige Gesteine ab und stellt durch hydrometallurgische Verfahren direkt vor Ort extrem reine Kupferkathoden her. Ich studiere Geowissenschaften und möchte mich in meinem weiteren Studium besonders auf Lagerstätten spezialisieren, deshalb war ich von Anfang an begeistert von der Vorstellung in einer echten Mine arbeiten und die Abläufe dort direkt verfolgen zu können! Da ich jedoch vor meinem ersten Arbeitstag nicht genau wusste was meine Tätigkeit dort sein würde, fürchtete ich, dass ich vielleicht zu viel erwarten könnte. Im Nachhinein war diese Sorge allerdings unbegründet, da das Praktikum alle meine Vorstellungen übertraf! An meinem ersten Arbeitstag wurde ich erstmal neu eingekleidet. Ohne Arbeitsschuhe, Arbeitshose, Helm und Schutzbrille darf nämlich niemand in die Mine. Dazu gab es noch ein schickes Firmen-T-Shirt. Danach ging es dann zu einem ersten Gespräch mit dem CEO. Wir besprachen was meine Erwartungen sind und was ich lernen möchte und beschlossen daraufhin was der Plan für die nächsten sieben Wochen ist. Da ich noch auf kein Gebiet spezialisiert war, sollte ich in jeder Abteilung der Produktion eine Woche lang arbeiten, dort einen Einblick in den Arbeitsalltag und die Aufgaben bekommen und am Ende einen guten Überblick über den gesamten Ablauf der hydrometallurgischen Kupferproduktion erhalten. Im Laufe des Praktikums arbeitete ich u.a. im chemisch-metallurgischen Labor, in der "Solvent Extraction" und der "Electrowinning Plant", ich habe auf dem gesamten Minengelände Proben genommen, habe bei der Exploration und Kartierung der Region geholfen und wurde in Umwelt-, Administrations- und allgemeine Bergbauangelegenheiten eingeführt. Bis auf die wechselnden Abteilungen lief mein Arbeitsalltag allerdings immer sehr ähnlich ab. um 5:50 Uhr holte mich der firmeneigene Bus in Nicosia ab. Die Fahrt zur Mine dauerte etwas über eine Stunde. Dort angekommen wurde ich von den anderen Mitarbeitern mit einem freundlichen "Kalimera" (guten Morgen) begrüßt und hatte sogar noch Zeit für einen Frappé. Um 7:15 Uhr begann dann die Arbeit. In den meisten Abteilungen begann der Arbeitstag mit einer Fahrt in die Mine, um nach dem Rechten zu sehen. Dann ging es zurück ins Büro, wo die alltäglichen Pflichten warteten. Feierabend war um 15:45 Uhr (freitags um 13:15), gefolgt von der Busfahrt zurück nach Nicosia. Das Arbeitsklima in der Firma war sehr angenehm. Da die Mine nicht besonders groß ist, kennt man nach ein paar Wochen so gut wie alle Kollegen. Die IAESTE-Betreuerin vor Ort sagte vor meinem Praktikum, dass die Mitarbeiter der Mine wie eine kleine Familie sind, was ich nicht ganz glauben konnte. Nach meinem Aufenthalt dort kann ich allerdings nur zustimmen! Die Leute sind alle unglaublich nett und nehmen einen sofort herzlich bei ihnen auf. Ich habe mich vom ersten Tag an unglaublich wohl und willkommen gefühlt. Wann immer ich fragen hatte habe ich sofort ein offenes Ohr gefunden, welches sich mit meinen Problemen beschäftigt hat. Einige meiner Mitarbeiter haben mir sogar geholfen, mich außerhalb der Arbeit in Zypern gut einzuleben, indem sie mich abends mit ihren Freunden in die Stadt oder am Wochenende mit an den Strand genommen haben.
Leben in Zypern
Das erste was einem im Sommer in Zypern auffällt ist: es ist viel zu warm! Im Juni lagen die Temperaturen tagsüber bei ungefähr 33°C, bis Ende Juli stiegen sie dann auf bis zu 40°C. Man gewöhnt sich zwar relativ schnell an das warme Wetter, in der Mittagshitze raus zu gehen bleibt allerdings trotzdem keine gute Idee. Regen habe ich in meinen sieben Wochen in Zypern nur einmal erlebt, und hätten mich die Zyprioten nicht darauf aufmerksam gemacht, hätte ich es glaube ich gar nicht mitbekommen. Das bedeutet: jeden Tag Sonne, nur sehr selten Wolken, kein Regen. Perfektes Urlaubswetter also. Während meines Aufenthaltes wohnte ich in den Wohnheimen der University of Cyprus. Diese sind ziemlich neu, sauber und ordentlich. Schreibtisch, Schrank, Stuhl und Schreibtisch waren im Zimmer vorhanden und ich hatte sogar ein eigenes Bad. Die geteilte Küche war groß und, für ein Studentenwohnheim, ziemlich sauber. Das Zimmer an sich war allerdings, trotz Mini-Balkon, sehr klein. Zum für immer dort wohnen wäre es mir zu klein gewesen, aber für sieben Wochen allemal ausreichend. Ich habe mich dort wohl gefühlt. Außerdem hat die IAESTE-Betreuerin dafür gesorgt, dass ich in einem Zimmer wohne in dem es eine Klimaanlage gibt. Das war vor allem nachts eine Rettung, da das Schlafen ansonsten bei den hohen Temperaturen schwierig geworden wäre. Leider war ich die ersten vier Wochen lang die einzige IAESTE-Studentin in Nicosia, die anderen waren in anderen Städten untergebracht. Das war aber dank der unglaublichen Gastfreundlichkeit der Zyprioten und Griechen, die ich in der kurzen Zeit kennen gelernt habe, gar kein Problem. So hatte ich auch nach der Arbeit und am Wochenende fast nie Langeweile, da es immer jemanden gab, der mich gerne mitgenommen hat. Das hat mich an Zypern am meisten begeistert: die Aufgeschlossenheit und Freundlichkeit gegenüber fremden Menschen. Die meisten Leute, die ich kennen gelernt habe, waren stets darum bemüht meine Zeit in Zypern so abwechslungsreich wie möglich zu machen.
Nicosia an sich bietet, bis auf den Grenzübergang leider nicht besonders viel. In der Haupteinkaufsstraße gibt es zahlreiche Cafés, und auch einige Bars in denen man abends etwas trinken kann, aber wer ein spannendes Nachtleben mit Party und Clubs sucht, der ist hier verkehrt. Dafür muss man schon nach Larnaca oder am besten nach Agia Napa fahren. Auch mit Strand und Meer kann Nicosia nicht dienen, weshalb ich am Wochenende meist entweder mit den Zyprioten an den Strand mitgenommen wurde oder selbst mit dem Bus nach Limassol zu den anderen IAESTE-Studenten gefahren bin. Mein Gehalt war durchaus ausreichend, um meine täglichen Ausgaben zu decken und noch etwas Geld übrig zu haben.
IAESTE Zypern
Der Vorteil an einem Praktikum in Zypern ist: das Land ist so klein, dass man trotz Arbeit in seiner Freizeit fast alles sehen kann! Die IAESTE-Betreuerin in Zypern ist sehr engagiert und war rund um die Uhr erreichbar, falls man ein Problem hatte. Sie hat mich bei meiner Ankunft, obwohl mein Flug Verspätung hatte und ich erst halb eins angekommen bin, vom Flughafen abgeholt und zu meiner Unterkunft gefahren. Vor allem zu Beginn meines Praktikums, aber auch zwischendurch, hat sie mich in regelmäßigen Abständen angerufen um zu fragen ob alles in Ordnung ist oder ob ich Probleme habe. Während meiner Zeit in Zypern haben wir von IAESTE aus zwei ganztägige, kostenfreie Touren mit einem Bus unternommen. Die erste Tour ging nach Paphos. Auf dem Weg haben wir uns den Geburtsstein von Aphrodite angeschaut, und dann die Königsgräber, Mosaike und eine Burg im Hafen von Paphos. Die zweite Tour ging in das Troodos-Gebirge. Auf dem Weg haben wir eine Burg besichtigt, an einer Weinverkostung teilgenommen und dort konnten wir dann entscheiden ob wir lieber wandern gehen, oder am Pool liegen wollen. Außerdem gab es eine International Night, zu der alle IAESTE Studenten eingeladen waren. Dort hat jeder für sein Land typisches Essen mitgebracht.
Alles in allem bin ich sehr zufrieden mit der Arbeit des IAESTE Komitees in Zypern. Ich habe mich nie verloren gefühlt und wusste, dass ich immer Hilfe bekommen würde, falls ich ein Problem habe.