Portugal - Instituto de Telecomunicações
Arbeit
Von Mitte September bis Mitte Dezember 2018 habe ich ein Praktikum mit IAESTE in Lissabon, Portugal gemacht. Das Praktikum war beim Instituto de Telecomunicações von ISCTE-IUL (University Institute of Lisbon). Dort habe ich bei einem Forschungsprojekt mitgearbeitet. Als Informatikstudentin war meine Aufgabe in erster Linie das Aufsetzen eines prototypischen Servers mit einer Datenbank und das Forschen, Designen und Implementieren eines Algorithmus zur Verarbeitung der von dem Server gesammelten Daten. Ich habe mir ein Büro mit einem PhD-Studenten geteilt, der jedoch nur sehr unregelmäßig da war, sodass ich den Raum oft für mich allein hatte. Meine Betreuer / Vorgesetzten habe ich meistens ein/zwei Mal pro Woche gesehen. Auf Emails wurde immer schnell reagiert, sodass ich mich bei Fragen immer problemlos an sie wenden konnte.
Für die Arbeit wurde mit ein Standrechner zur Verfügung gestellt. Da dieser jedoch deutlich langsamer war als mein Laptop, bin ich relativ rasch dazu übergegangen diesen immer mit zur Arbeit zu bringen und auf ihm zu arbeiten. Auf meine Anregung hin, wurden alle Softwareprojekte, an denen ich in meiner Zeit in Lissabon arbeitete, auf Github hochgeladen, um gemeinsames Arbeiten an den Projekten und die Arbeit möglicher Nachfolger zu erleichtern.
Leben
Bei der Annahme des Praktikumsplatzes konnte ich angeben, ob ich mir Unterstützung bei der Wohnungssuche durch IAESTE Portugal wünschte. Einige Wochen vor Antritt meines Praktikums vermittelten diese mir den Kontakt zu einem lokalen Studenten, der für ein Semester im Ausland sein würde und sein Zimmer in einer Wohnungsgemeinschaft mit drei weitern portugiesischen Studenten gerne vermieten würde. Damit hatte ich großes Glück, wie sich herausstellte, als ich in Portugal ankam. Einige der anderen IAESTE Praktikanten, die ich in Lissabon traf, hatten vor ihrer Ankunft keine Wohnung vermittelt bekommen und mussten sich selbst eine Unterkunft suchen. Ein Teil von ihnen hat ihre gesamte Praktikumszeit in Hostels gelebt, in denen sie sich Zimmer mit anderen teilen mussten.
Meine Unterbringung war ungefähr 35 Minuten Fußweg von meinem Arbeitsplatz entfernt. Viele der anderen Praktikanten hatten weit längere Arbeitswege, weshalb die meisten sich Monatskarten für die Metro gekauft haben. Da die Metro mir auf dem Arbeitsweg nur etwa 10 Minuten Zeit eingespart hätte, habe ich darauf verzichtet.
Das Essen in den Supermärkten ist in Lissabon ähnlich teuer, wie ich es aus Deutschland gewöhnt bin. Neben „normalen“ Supermärktengibt es auch viele kleine Lebensmittelgeschäfte. In einer „Frutaria“ nahe meiner Wohnung, konnte ich z.B. Obst etwas billiger als im Supermarkt kaufen. Bei einer Google Suche nach Lebensmittelgeschäften, würde ich die Ketten „Continente“ und „Pingo Doce“ empfehlen, da diese eine sehr viel größere Auswahl, als die kleinen Geschäfte haben. Ein Mittagessen in der Mensa im Unigebäude kostet 2,50€. Es gab immer ein Fleisch-Gericht, ein Fisch-Gericht und ein vegetarisches Gericht zur Auswahl (+ Suppe, Brötchen und Nachtisch).
Reisen
Die Wochenenden habe ich meistens für Sightseeing und Reisen genutzt. Für Ziele außerhalb Lissabons, habe ich immer Züge genutzt, die man unter cp.pt buchen kann. Mit unter 25 Jahren bekommt man dort 25% Rabatt. Manchmal gib es allerdings Frühbucher Rabatte, die noch günstigere Reisen ermöglichen. Die meisten Züge aus Lissabon fahren an der Haltestelle Oriente ab. Ansonsten sind auch Fernbusse in Portugal immer eine Option, mit ihnen habe ich jedoch keine Erfahrungen gemacht. Ich konnte mir in den drei Monaten einige Tage frei nehmen, die ich für zwei verlängerte Wochenendtrips genutzt habe. Einer davon ging nach Porto und der andere nach Lagos, an die Algarve. An einzelnen Wochenendtagen habe ich mir darüber hinaus noch Coimbra, Cascais, Evora und Sintra angesehen. IAESTE Portugal hat während meiner Zeit in Lissabon einen Tagesausflug mit den Praktikanten organisiert.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass mir meine Zeit in Portugal sehr viel Spaß gemacht hat. Es ist ein sehr schönes Land mit netten Leuten und auch bei der Arbeit habe ich einiges gelernt. Ich würde jedem, der die Chance hat für eine Weile im Ausland zu leben und zu arbeiten, empfehlen diese wahrzunehmen.Es ist eine großartige Gelegenheit, mehr über sich selbst und die Welt zu lernen.