Griechenland - Agricultural University of Athens
Nachdem ich mich schon das zweite Jahr in Folge für ein IAESTE-Praktikum beworben hatte, und beim letzten Mal leider keines meiner gewünschten Projekte von meinem Uni-Komitee ertauscht worden war, hatte ich diesmal Glück und konnte mich auf den Praktikumsplatz an der Agricultural University of Athens im Labor für Mikrobiologie und Lebensmitteltechnologie am Institut für Lebensmittelwissenschaft und Humanernährung bewerben. Da die Universität in Athen während des Hochsommermonats August geschlossen ist, war ich gezwungen meinen Aufenthalt in zwei einzelne Monate zu teilen, was aber in der Praxis letztendlich gar kein Problem war, sondern den Vorteil hatte, dass ich sogar in zwei verschiedene Projekte der sehr großen Arbeitsgruppe eingebunden wurde. Im Juli arbeitete ich mit einer Doktorandin zusammen an ihrem Projekt, das die Entwicklung von Biofilmen während der Tafeloliven-Fermentation untersuchte. Meine Aufgabe dabei war es, physikochemische Analysen durchzuführen, um die Veränderungen der Lake während der Fermentation schwarzer Oliven, die mit einem ausgewählten probiotischen Bakterium (Lactobacillus pentosus) beimpft wurden, zu beobachten. Dazu gehörte neben einfachen Titrationen auch die Bestimmung des Profils flüchtiger Komponenten der Lake mithilfe der Gaschromatographie (GC-FID-Methode). In der zweiten Periode im September, wurde ich in die Aktivitäten des „FungalPrognosis project“ involviert, das momentan in diesem Labor durchgeführt wird. Da eines der Hauptziele dieses Projekts ist, mathematisches Modellieren mit molekularen Daten zu kombinieren, um die Expression der für die Ochratoxin-Produktion verantwortlichen Pilz-Gene zu quantifizieren, war es meine Aufgabe, die DNA verschiedener Pilzstämme zu isolieren, aufzuarbeiten und diese in PCR-Reaktionen zur Bewertung der Spezifizität von zwei Primer-Paaren einzusetzen. Nebenbei half ich außerdem bei der Vorbereitung von Weintraubenproben für spätere molekulare Untersuchungen.
Die akademische Forschung an der AUA ist sehr ähnlich organisiert wie ich es von der Uni Potsdam kenne. Es wird viel Wert auf gute Lehre aber auch auf zielorientierte Forschung gelegt, wobei der Arbeitstag aufgrund des unzuverlässigen Transportsystems sehr flexibel beginnt. Statt einer gemeinsamen Mittagspause gibt es alle halbe Stunde Rauchpausen und der sogenannte Frappe, geeister, sehr starker Kaffee, wird rund um die Uhr konsumiert. Trotz aller südländischen Lockerheit geht es voran und der Ehrgeiz fehlt keineswegs. Ich selbst habe von meinen beiden Betreuern viel Neues über wissenschaftliches Arbeiten gelernt. Zu merken, dass man schon als Bachelor-Absolvent so aktiv und mit viel Vertrauen in die Arbeit eines geförderten Projekts einbezogen wird und gleichzeitig auch noch nützlich dazu beitragen kann, hat sehr viel Spaß gemacht und definitiv meine Lust an der Forschung gesteigert. Der Kontakt zum Professor war zwar selten, aber herzlich und ich fühlte mich insgesamt sehr gut aufgehoben, auch wenn ich mir als Deutsche in Griechenland immer mal wieder ein paar kritische Bemerkungen über Merkels momentanen Kurs anhören musste. Grundsätzlich verstehen aber die akademischen Griechen den Unterschied zwischen deutscher Politik und deutscher Bevölkerung, sodass ich mich trotz der schwierigen Situation wohlwollend aufgenommen gefühlt habe.
Meine Wohnsituation war sehr speziell. Ich lebte mit all den anderen IAESTE-Studenten in einem einfachen Hotel nahe des Stadtzentrums, was den Zusammenhalt zwischen deninternationalen Praktikanten sehr gefördert hat. Wir hatten eine Menge Spaß zusammen und ich habe definitiv ein paar neue Freunde gefunden. Auch die griechischen Studenten des lokalen IAESTE-Teams haben sich bestens um uns gekümmert, viele Ausflüge und kulturelle Events organisiert oder einfach mit uns die Abende auf der wunderschönen Dachterrasse des Hotels verbracht, spielend, trinkend, essend, lachend. Mit dem Praktikums-Entgelt von 560 Euro pro Monat bin ich gut ausgekommen, wenn man von den An- und Abreisekosten und größeren Wochenendtrips absieht. Athen ist besonders was Lebensmittelpreise angeht vergleichbar mit Deutschland. Es lohnt sich eine international Student card mitzubringen oder dort zu beantragen, weil man viele Ermäßigungen nur damit kriegt, wobei oftmals der Eintritt für europäische Studenten sowieso frei war.
Insgesamt waren die 2 Monate in Athen eine der besten Erfahrungen meines Lebens, ich würde jedem das IAESTE-Programm empfehlen und wenn, dann so lange wie möglich, weil man eine Weile braucht, bis man sich richtig eingelebt und in das Projekt reingefummelt hat. Ich habe an den Wochenenden so unglaublich viel erlebt, bin so oft es ging durch das Land gereist, bin manchmal an der sehr aufdringlichen Flirterei der Griechen verzweifelt und habe manchmal das zuverlässige öffentliche Verkehrsnetz von Berlin vermisst, aber niemals würde ich diese Erfahrung wieder eintauschen wollen. Jeder Auslandsaufenthalt formt und verändert einen, man reift und erweitert seinen Horizont auf so vielen Ebenen. Nicht nur kulturell, sondern auch akademisch gesehen, war der Aufenthalt in Griechenland ein totaler Erfolg und ich bin froh, dass ich diesen Plan verfolgt habe und es beim zweiten Anlauf auch endlich geklappt hat.
Die akademische Forschung an der AUA ist sehr ähnlich organisiert wie ich es von der Uni Potsdam kenne. Es wird viel Wert auf gute Lehre aber auch auf zielorientierte Forschung gelegt, wobei der Arbeitstag aufgrund des unzuverlässigen Transportsystems sehr flexibel beginnt. Statt einer gemeinsamen Mittagspause gibt es alle halbe Stunde Rauchpausen und der sogenannte Frappe, geeister, sehr starker Kaffee, wird rund um die Uhr konsumiert. Trotz aller südländischen Lockerheit geht es voran und der Ehrgeiz fehlt keineswegs. Ich selbst habe von meinen beiden Betreuern viel Neues über wissenschaftliches Arbeiten gelernt. Zu merken, dass man schon als Bachelor-Absolvent so aktiv und mit viel Vertrauen in die Arbeit eines geförderten Projekts einbezogen wird und gleichzeitig auch noch nützlich dazu beitragen kann, hat sehr viel Spaß gemacht und definitiv meine Lust an der Forschung gesteigert. Der Kontakt zum Professor war zwar selten, aber herzlich und ich fühlte mich insgesamt sehr gut aufgehoben, auch wenn ich mir als Deutsche in Griechenland immer mal wieder ein paar kritische Bemerkungen über Merkels momentanen Kurs anhören musste. Grundsätzlich verstehen aber die akademischen Griechen den Unterschied zwischen deutscher Politik und deutscher Bevölkerung, sodass ich mich trotz der schwierigen Situation wohlwollend aufgenommen gefühlt habe.
Meine Wohnsituation war sehr speziell. Ich lebte mit all den anderen IAESTE-Studenten in einem einfachen Hotel nahe des Stadtzentrums, was den Zusammenhalt zwischen deninternationalen Praktikanten sehr gefördert hat. Wir hatten eine Menge Spaß zusammen und ich habe definitiv ein paar neue Freunde gefunden. Auch die griechischen Studenten des lokalen IAESTE-Teams haben sich bestens um uns gekümmert, viele Ausflüge und kulturelle Events organisiert oder einfach mit uns die Abende auf der wunderschönen Dachterrasse des Hotels verbracht, spielend, trinkend, essend, lachend. Mit dem Praktikums-Entgelt von 560 Euro pro Monat bin ich gut ausgekommen, wenn man von den An- und Abreisekosten und größeren Wochenendtrips absieht. Athen ist besonders was Lebensmittelpreise angeht vergleichbar mit Deutschland. Es lohnt sich eine international Student card mitzubringen oder dort zu beantragen, weil man viele Ermäßigungen nur damit kriegt, wobei oftmals der Eintritt für europäische Studenten sowieso frei war.
Insgesamt waren die 2 Monate in Athen eine der besten Erfahrungen meines Lebens, ich würde jedem das IAESTE-Programm empfehlen und wenn, dann so lange wie möglich, weil man eine Weile braucht, bis man sich richtig eingelebt und in das Projekt reingefummelt hat. Ich habe an den Wochenenden so unglaublich viel erlebt, bin so oft es ging durch das Land gereist, bin manchmal an der sehr aufdringlichen Flirterei der Griechen verzweifelt und habe manchmal das zuverlässige öffentliche Verkehrsnetz von Berlin vermisst, aber niemals würde ich diese Erfahrung wieder eintauschen wollen. Jeder Auslandsaufenthalt formt und verändert einen, man reift und erweitert seinen Horizont auf so vielen Ebenen. Nicht nur kulturell, sondern auch akademisch gesehen, war der Aufenthalt in Griechenland ein totaler Erfolg und ich bin froh, dass ich diesen Plan verfolgt habe und es beim zweiten Anlauf auch endlich geklappt hat.