Vereinigte Arabischen Emirate - Sharjah National Oil Corporation

Praktikumsstelle

Die Sharjah National Oil Corporation (SNOC) ist in staatlicher Hand des Emirats Sharjah. Die Hauptaufgabe des Unternehmens besteht darin die Gasvorkommen Sharjahs sowohl ausfindig zu machen, ihr Volumen, sowie Qualität des Reservoirs abzuschätzen, als auch darin das gefördete Gas in Pipelines weiterzuleiten und es zu verarbeiten. SNOC betreibt eine Gas Raffinerie am Stadtrand Sharjahs, in der das Rohgas in seine Bestandteile aufgeteilt wird und entweder per Pipeline an ein Hafenterminal weitergeleitet oder als LPG (Liquefied Petroleum Gas) in Trucks gefüllt und zu Endverbrauchern vor Ort gefahren wird.

Praktikum

Meine Praktikumsstelle war der Geologische Dienst der Firma, genauer die “Exploration and Production” (E&P) Abteilung. Diese stellt alle erforderlichen Informationen zur Auswertung eines Reservoirs zusammen. Diese werden wiederum genutzt um Bohrungen zu planen und zu koordinieren. Zur Zeit meines Praktikums wurde die Bohrung in einem neuen Gasfeld geplant und vorbereitet.

Die Aufgaben während meines Praktikums waren divers, sodass ich viele Einblicke in den Arbeitsablauf der Firma und der Erdöl/-gas Industrie allgemein erhalten konnte. Ein Großteil meiner Arbeitszeit war der Aufgabe gewidmet ein 3D Modell eines der Gasreservoire auf Fehler zu überprüfen und das Modell dann in Eigenarbeit zu überarbeiten. Dazu mussten zunächst die benötigten Bohrdaten aus dem Archiv herausgesucht werden. Eine mühevolle Arbeit, da etliche Akten ausfindig gemacht werden mussten. Die Daten wurden anschließend mit der verwendeten Petrel-Software eingelesen und weiterverarbeitet. Schlussendlich erstellte ich ein eigenes 3D Modell des Gasvorkommens und konnte aus erster Hand die nötigen Schritte erlernen. Anschließend analysierte ich mit meinem Team die dargestellten Sachverhalte, um mir ein eigenes Bild des Reservoirs zu machen und Ideen zu möglichen Problemen bei Bohrungen oder der Lagerung des Gases im Untergrund einzubringen. Die Visualisierung der Geologischen Gegebenheiten macht es dabei deutlich einfacher räumliche Sachverhalte zu verstehen und sie zu interpretieren. Ich erwarb also wichtige Erfahrungen in praktischer Routinearbeit. Andere kleinere Aufgaben während meines Praktikums umfassten die Erstellung von Karten mit Google Earth oder das Zusammenfassen von Geologischen- oder Bohrberichten.

Unterbringung und Alltag

Allen IAESTE-Praktikanten wurde eine Unterkunft von der Universität Sharjah bereitgestellt. Die männlichen Teilnehmer in den Wohnheimen auf dem “Male Campus”, die Weiblichen Teilnehmerinnen dagegen wurden in Apartments außerhalb des Campus untergebracht. Jeweils wird das Zimmer mit einer weiteren Person geteilt. In den Wohnheimen gibt es kleine Kochnieschen und ein eigenes Bad, Trinkwasser steht auf den Fluren in Spendern frei zur Verfügung. Auf dem Campus selbst gibt es direkt neben den Wohnheimen ein kleines Einkaufszentrum mit Supermarkt, sowie eine Sport- und Schwimmhalle, die alle Bewohner kostenlos benutzen können. Ein Problem stellt die Verbindung vom Campus in die Stadt dar. Es gibt zwar einen Bus, der aber nur recht selten fährt – ohne Auto oder Taxi ist man recht eingeschränkt in seinen Möglichkeiten. Auf dem Campus selbst gibt es Shuttle Busse für die Studenten und Praktikanten, jeweils zu festen Zeiten. Für Praktikanten die in der Innenstadt Sharjahs oder Dubai arbeiten, werden ebenfalls Bus Shuttles bereitgestellt.

Ein normaler Arbeitstag begann für mich um 7 Uhr. Mit dem Shuttle-Bus ging es zum “Medical Campus”. Dort mußte ich in einen weiteren Bus umsteigen der mich in das Zentrum von Sharjah fuhr. Meist startete mein Arbeitstag gegen 8 Uhr (je nach Verkehrslage in de Stadt), auch meine Kollegen kamen um diese Uhrzeit ins Büro. Im Regelfall konnte ich mich an eine der freien Workstations setzen, um am 3D Modell zu arbeiten. Mithilfe eines Guidebooks und meiner Kollegen, war es nicht allzu schwierig die Software und die Abfolge der Arbeitsschritte zu erlernen. Mittagspausen konnten individuell eingelegt werden, ebenso war die Arbeitszeit flexibel, jedoch war die durch die Abholzeit des Bus Shuttles meist vorgegeben. Ein normaler Arbeitstag hatte 9 Stunden, die Arbeitswoche geht in den Emiraten von Sonntag bis Donnerstag (Freitag und Samstag sind dafür frei). Ich wurde meist um 17 Uhr vom Shuttle abgeholt und zurück zum Campus gefahren.

Das Gastland

Die Vereinigten Arabischne Emiraten sind ein Zusammenschluss aus sieben Emiraten am Persisch-Arabischen Golf. Das Land hat einen rasanten Aufschwung dank des Ölbooms seit den 60ern erlebt. Wolkenkratzer, moderne Infrastruktur, die neuesten Autos und riesige Prunkbauten prägen das Bild v.a. in den größeren Städten. Das Land ist ein absolut international geprägtes Einwanderungsland. Der Großteil der Bevölkerung besteht aus Indern, Pakistani und Südost-Asiaten, sodass man oft eher meint in Mumbai zu sein als in einem arabischen Staat. Touristische Ziele in den VAE sind natürlich die vielen Strände entlang des Golfs, aber auch etliche Attraktionen in den Städten wie Museen (u.a. der Louvre in Abu Dhabi), Architektur (The Frame, Burj Khalifa) aber auch wiederhergestellte Altstadt Zentren. Weiter gibt es viele (Abenteuer-)Tourangebote wie Wüstensafaris, Bootsausflüge oder die längste “Zipline” der Welt. Als Kontrast zum Trubel der Städte bieten sich die schroffen Berge im Landesinneren oder Ausflüge in die Wüste zu Oasen an. Mietwagen sind günstig zu bekommen (auch direkt im Uni Campus abholbar), sodass einem Wochenendausflug nichts im Wege steht. Die VAE sind ein islamisch geprägtes Land, was nicht nur durch die hohe Dichte an Moscheen zum Ausdruck kommt. Teils werden Touristen (insbesondere Frauen) darauf hingewiesen sich “angemessen” zu kleiden, auch in der Universität Sharjah (die in jeweils einen Campus für Männer und einen für Frauen unterteilt ist). Sharjah ist dabei das traditionellste Emirat, so ist dort auch Alkohol komplett verboten.