Thailand - Palaeontological Research and Education Centre - Mahasarakham University
„ Hello! Where do you go? “... „ Thailand “
Drei Monate IAESTE-Praktikum an der Universität in der thailändischen Kleinstadt Mahasarakham im touristisch völlig unerschlossenen Nordosten des Landes: Wahrlich eine einmalige Erfahrung. Denn hier sind „Pharlang“ (weiße Westler) noch immer eine kleine Attraktion. Es kommt schon einmal vor, dass Du auf der Straße in gebrochenen Englisch angesprochen wirst, woher Du denn kommst, wie lange Du schon in Thailand bist, ob Du Thai sprichst und Mädchen bekommen oft von völlig Fremden gesagt wie „suwai“ (hübsch) sie sind. Was einem manchmal etwas übertrieben und lästig erscheint, ist jedoch immer ehrlich gemeint. Jedes Wort, das man versucht auf Thai zu stammeln wird mit Begeisterung aufgenommen und alle, vom Professor bis zum Obstverkäufer legen es eifrig darauf an bei der Erweiterung des Wortschatzes zu helfen.
Die Sprache allerdings ist eine zweischneidige Sache. Einerseits sind die geringen Englischkenntnisse der Einwohner eine gute Chance sich mit einer völlig anderen Sprache zu beschäftigen. Das sollte man auch, wenn man es satt hat, sein Essen nur durch umständliches Fingerdeuten zu bestellen. Und es macht Spaß, sich die völlig ungewohnten Laute der Thaisprache zu merken und wenn der Mann am Suppenstand versteht, dass man gerne „Kwai tiauw nam tok moo“ (Dunkle Reisnudelsuppe mit Schwein) hätte, ist man selber immer sehr stolz auf sich.
Zum anderen wurden die mangelnden Englischkenntnisse bei der Arbeit teilweise zu einem Problem. Während alle Professoren in der Faculty of Science gutes und verständliches Englisch sprechen, variiert das Niveau der Studenten gravierend. Mangelnde Übung im freien Sprechen und die angeborene Schüchternheit der Thais können eine banale Frage schon mal zu einem Martyrium werden lassen. Aber es ist immer jemand da, der gutes Englisch spricht und der weiterhelfen kann. Im Allgemeinen ist mir nie ein so hilfsbereites Volk begegnet. Oft wird dir Hilfe angeboten, bevor Du danach fragen kannst und wenn Dir ein Thai nicht auf Anhieb helfen kann, dann setzt er alle möglichen Hebel in Bewegung, dass Du sie irgendwie anders bekommst. Es ist eine rührende Eigenschaft dieses Volkes, die ich zutiefst bewundere und zu schätzen weiß.
Praktikum und IAESTE in Thailand
Die Arbeit war interessant und hat mir gute Einblicke in ein späteres Arbeitsfeld gegeben. Ich studiere Geowissenschaften und habe daher im Paläontologie Center der Universität gelernt Gesteinsdünnschliffe herzustellen und diese Gesteine in Bezug auf ihrer Fossilgehalt und ihre Entstehungsgeschichte hin zu beurteilen. Das Thema konnte ich grob selbst wählen.
Der intensive Kontakt mit thailändischen Studenten wird hier Teil des Praktikums gesehen. Ob man wie andere IAESTE-Studenten Englisch-Nachhilfe gibt oder wie ich von Thaistudenten in den einzelnen Arbeitsschritten unterwiesen wird, die Professoren nutzen gerne die Gelegenheit die Sprachkenntnisse ihrer Studenten zu verbessern und selbst lernt man dabei eine Menge über die thailändische Kultur dazu. Am Ende eines Arbeitstages findet man sich oft bei einem Thaibarbecue oder beim Karaoke inmitten vieler schnatternder und lachender Studenten wieder.
Zum weiteren Kennenlernen der Kultur konnte man auch gut die Wochenenden nutzen. Da Mahasarakham touristisch gesehen relativ uninteressant ist, waren wir fast jedes Wochenende an einem anderen Ort und konnten somit Thailands viele unterschiedliche Seiten kennenlernen. Das riesige Bangkok, das geschäftige Chiangmai, die Backpackerhochburg Pai und die alten Ruinenstätten von Sukothai und Ayutthaya. Hinzu kommt eine beeindruckende Natur mit fantastischen Bergen und Wasserfällen und vielen Tieren, die man sonst nur aus dem Zoo kennt. Alles steht einem offen, denn Reisen ist billig in Thailand und die Nachtbusse fahren durch das ganze Land.
Ich würde jedem empfehlen ein solches Praktikum in diesem faszinierenden Land zu machen. Gerade weil Mahasarakham kleiner und weniger touristisch ist, haben wir viele Seiten von Thailand kennenlernen dürfen, die man beim Reisen als Tourist niemals erfahren hätte.
Und hier noch einige Tipps:
Es gibt einige Dinge, die Du erledigen solltest bevor Du in ein tropisches Land fährst und eine davon ist sicherlich zum nächst gelegenen Tropeninstitut zu gehen und sich gründlich Durchimpfen zu lassen. Auch wenn andere Urlauber sagen, sie hätten ja nie etwas bekommen. Du selber bist nicht nur zwei Wochen, sondern mehrere Monate in Thailand und heutzutage werden die meisten Impfungen von den Krankenkassen übernommen. Einfach mal vorher anrufen und nachfragen. Du solltest auch zeitig mit dem Impfen beginnen, den einige Impfungen müssen in bestimmten zeitabständen gespritzt werden. Zum Thema Kleidung: Ja, auch Thailand kann es mal kalt werden. Für diejenigen die sich noch im November/Dezember im Norden aufhalten würde ich einfach eine lange Hose und einen richtig warmen Pullover empfehlen. Gerade im Nordwesten des Landes wird es zu dieser Zeit nachts doch verhältnismäßig kühl. Während der Sommermonate brauchst Du aber kaum etwas, außer vielleicht einen Regenschirm/-jacke. Im Allgemeinen würde ich dazu raten nicht zu viel einzupacken. Du findest hier jede Menge außergewöhnliche Kleidung und andere Dinge auf den vielen Nightmarkets der Städte und wenn Du dann schon mit vollen Koffern angekommen bist, wirst Du das sicherlich bereuen. Nebenbei bekommt man in Thailand alles (außer gute Schokolade) zu kaufen was das Herz begehrt. Es besteht kein Grund vorher im teuren Deutschland alles einzukaufen.
Vor Ort gibt es auch einige Regeln zu beachten. Die Thai sind ein sehr verständnisvolles Volk. Und auch wenn Bikinis oder etwas aufreizende Oberteile und Shorts von älteren Thaifrauen auch mal ein Stirnrunzeln ernten bleiben alle höflich und es wird nichts gesagt. In der Uni sollten aber Shorts und Spaghetti-Tops tabu sein. Röcke und Hosen müssen nicht unbedingt die Knie bedecken, sollten aber auch nicht weit darüber enden. Das heißt aber nicht, dass Du das in der Freizeit nicht tragen darfst.
Ansonsten gibt es zu der Unikleidung keine weiteren Regeln. Es muss in jedem Fall nicht die schickste Garderobe zum Arbeiten eingepackt werden.
Hier noch einige Kleinigkeiten zum täglichen Leben: kein übertriebenes Naseschnauben im vollen Bus, niemals einen Mönch berühren (besonders als Frau!), wenn morgens und abends jeweils um 6 Uhr an öffentlichen Plätzen die Nationalhymne abgespielt wird, solltest Du aus Respekt einfach wie alle anderen kurz in seiner Tätigkeit inne halten und aufstehen. Des Weiteren solltest Du niemals laut oder ausfallend werden. Das ist manchmal nicht so einfach, da an einigen Stellen das thailändische System für uns Europäer vollkommen unlogisch erscheint. Z.B., dass Fernbusse in die eine Richtung bis spät in die Nacht fahren und in die andere der letzte um acht Uhr abends kommt. Du solltest Dir aber immer vor Augen halten, dass laute und wütende Worte einen Thai nicht gefügiger oder auskunftsfreudiger machen. Im Gegenteil: Es wird als extrem unhöflich angesehen und dann schalten sie erst recht ab und ignorieren dein Anliegen einfach. Also immer geduldig und freundlich bleiben, auch wenn Du nun zum fünften Mal erklären musst wo Du hin möchtest.
Wenn Du das beherzt, wirst Du hier in diesem Land eine unglaubliche Herzlichkeit und Hilfsbereitschaft erfahren wie Du sie so in Deutschland wahrscheinlich nicht erleben würdest.