Tajikistan - Yakhmosi 33

Bericht über mein IAESTE Praktikum in Tajikistan

Im August 2015 habe ich mein erstes IAESTE Praktikum in Tajikistan absolviert.

Dass ich in Tajikistan gelandet bin, hat sich eigentlich eher zufällig ergeben. Ich wollte gerne ein Praktikum in der Industrie machen und soo viele Plätze für Ernährungswissenschaftler gab es nicht.

Das Bewerbungsverfahren und die komplette Organisation (Visum, DAAD Versicherung, Kontakt mit Tajikistan, Flug mit S7 Airlines nach Khujand, Abholung, Fahrtkostenzuschuss...) verliefen alles problemlos. Da ich mich gleichzeitig für ein Erasmus Semester in Frankreich beworben habe und selbst Mitglied bei IAESTE bin, weiß ich das besonders zu schätzen.
So hatte ich schon vor meiner Ankunft Kontakte in Tajikistan und alles, was ich bis dahin über Tajikistan gehört und gelesen hatte, versprach nur gutes. Ich wusste auch, dass ich mir keinerlei Sorgen machen muss, da mir immer jemand von IAESTE oder die Gastfamilie helfen würde. So ging ich mit Vorfreude und ohne Angst an das Praktikum heran und wurde dort jeden Tag aufs Neue überrascht.

Abgeholt wurde ich morgens um 5 Uhr von meinem Host am Flughafen in Khujand. Untergebracht wurde ich in einer super netten Gastfamilie und auch das Haus war total schön. Khujand gefällt mir viiiel besser als die Hauptstadt Dushanbe, die wir an einem der Wochenenden besichtigt haben. Khujand besitzt viele Parks und auch diverse Bademöglichkeiten. So lassen sich auch die heißen Temperaturen, vor denen ich anfangs etwas Bedenken hatte, super verbringen. Der August war wohl aber auch etwas kühler mit nur 38-40 °C als der Juli mit über 40 °C. Kleidungstechnisch empfiehlt es sich, Sachen zu tragen, die Knie und/oder Schultern bedecken und als Frau auch zum Baden noch ein Top überzuziehen. Tajikistan ist trotz des langjährigen russischen Einflusses muslimisch!

Das Essen in Tajikistan ist unglaublich lecker aber definitiv nichts für Veganer! Man sollte sich auch unbedingt diverse Mittelchen gegen vielerlei Magen-Darm-Beschwerden mitnehmen. Aber auch ein Arzt- und Apothekenbesuch in Tajikistan ist eine Erfahrung wert ;)

Ein weiteres must have in jeder Handtasche sind neben Sonnenbrille und Kamera, Seife und Klopapier. ;)

Sprachlich braucht man sich auch keine Gedanken machen. Ich hatte es vorher leider nicht mehr geschafft, etwas Russisch zu lernen. Die meisten IAESTE Mitglieder sprechen aber sehr gut Englisch und sind unglaublich hilfsbereit. Und auch sonst trifft man ab und an mal jemanden, der eine Sprache spricht, die man auch spricht. Ich habe die Zeit dort genutzt, ein paar Wörter Tajikisch zu lernen, was die Menschen dort natürlich unglaublich gefreut hat. ;) Die Unterhaltung mit Händen und Füßen ist aber super unterhaltsam und witzig. Dank neuester Technologien wie Google Translate ist es sogar möglich, Freunde zu haben, obwohl man nicht die gleiche Sprache spricht.

Was ich an Khujand auch sehr toll fand war, dass es dieses Jahr viel mehr Praktikanten und auch LC Mitglieder als in Dushanbe gab.

So war ich keinen Abend und kein Wochenende zu Hause, sondern immer mit den anderen Praktikanten und LC Mitgliedern oder der Familie unterwegs. Wir hatten super viel Spaß und haben unglaublich viel erlebt. Tajikistan’s Landschaft ist wirklich atemberaubend!!! Auch haben die Familie und die IAESTE Mitglieder mir mit allem, wie z.B. der Registrierung und Kauf der SIM Karte, geholfen.

Mein Praktikum habe ich in der Eisfabrik 33 absolviert. Da man dort und generell in Tajikistan als Ausländer sehr exotisch ist, wird man erst einmal von allen angestarrt. Daran muss man sich erst einmal gewöhnen. Aber alle sind unglaublich nett und freundlich. Das Englisch meines Betreuers war eher mäßig. Daher habe ich keine sehr anspruchsvollen Aufgaben übernehmen können. Ich habe bei der Qualitätskontrolle und Analyse im Labor geholfen. Es ist unglaublich witzig und interessant, so etwas einmal zu sehen, aber mit Labors in Deutschland ist das absolut nicht vergleichbar. Und auch würde man in Deutschland Milch auf einem Löffel über einer Kerze zu erhitzen nicht als Qualitätskontrolle bezeichnen. Das Eis war dennoch sehr lecker und wurde mir zuhauf angeboten. Ansonsten habe ich bei den Produktionsprozessen in der Fabrik geholfen. Das auf der O Form ausgeschriebene ‚Product Development’ hat leider nicht stattgefunden. Die Arbeit in der Fabrik zu sehen und mitzuhelfen war interessant, da ich noch nie in einer Fabrik war, weder in Deutschland noch in Tajikistan. Hier waren die Standards deutlich besser als im Labor. Alle trugen Ganzkörperanzüge, für die Frauen in rosa wohl bemerkt ;)) , sowie teilweise Mundschutz und Handschuhe und über den Waschbecken hingen mehrschrittige Waschanleitungen. Dies ist aber definitiv nicht der Standard in Tajikistan. Für das, was ich dann da aber gemacht habe – Eis abfüllen, Etiketten kleben, Kisten packen usw. – muss man aber definitiv nicht studiert haben und auch fachlich bringt einen das nur mäßig weiter. Man sollte also nicht mit der Erwartung herangehen, fachlich super viel in Tajikistan zu lernen. Aber es hat durch die super lieben Mitarbeiter Spaß gemacht und war kulturell sehr bereichernd!!!

Eigentlich möchte ich gar nicht zu viel verraten. Geht am besten wie ich ganz unvoreingenommen und entspannt an das Praktikum heran und lasst euch verzaubern!!! :)