Israel - Universität Tel Aviv, Fakultät für Biologie
Shalom zusammen!
Im August 2017 hat es mich für 2 Monate nach Israel verschlagen, genauer gesagt nach Tel-Aviv. Da ich noch eine letzte Klausur Anfang August schreiben musste, kam ich als letzter der insgesamt ca. 20 IAESTE Studenten in Israel an. Die meisten der IAESTE Truppe haben ihr Praktikum am Technion in Haifa gemacht, ich und noch zwei andere haben jedoch in Tel-Aviv gearbeitet. Da IAESTE Israel leider keine Wohnheimsplätze in Tel-Aviv finden konnte, wurde uns angeboten ebenfalls in den Wohnheimen des Technions in Haifa zu wohnen. Das bedeutet aber jeden Tag fast zwei Stunden fahren – in eine Richtung! Da ich absolut keine Lust hatte täglich 4h mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu fahren, habe ich mich selber nach einer Wohnung umgeschaut. Das gestaltete sich jedoch als schwieriger als gedacht, da Tel-Aviv einfach verdammt teuer ist. Unser monatliches Gehalt betrug 2800 NIS (ca. 700€), das Wohnheim in Haifa kostete 1000 NIS, wenn man jedoch nach Zimmern in Tel-Aviv suchte, fingen die gut und gerne bei 3500 NIS an. Nach einigem Suchen habe ich dann ein Zimmer ein einer 5er WG in Florentine gefunden. Florentine ist ein hippes Viertel im Süden von Tel-Aviv, welches auch gerne mit Kreuzberg verglichen wird, da man an jeder Ecke Bars, Restaurants und cooles Graffiti findet. Allerdings ist Florentine auch etwas heruntergekommen und die Fassaden sind hier und dort am Bröckeln, was mich jetzt aber nicht wirklich gestört hat. Trotz der Dauerrenovierung unserer Wohnung, der eritreischen Gospelgesänge von der Kirche unter uns, der lauten Musik vom Tanzstudio gegenüber und der teilweise täglichen neuen Airbnb-Gäste im freien Zimmer, hat mir die Wohnung super gefallen. 15 Minuten Fußweg zum Strand, eine 600m² große Dachterrasse (nein, ich habe mich nicht verschrieben) und vier coole Mitbewohner haben dann doch einfach überwogen.
An der Uni habe ich an der Bio-Fakultät gearbeitet, genauer gesagt im Zoologischen Garten der Uni. Das war ein recht spannender Arbeitsplatz, da ich mir fast jeden Tag auf dem Weg zu meinem Unigebäude den Weg durch eine Schar von Gänsen, Pfauen und Pelikanen Bahnen musste. Da ich eigentlich Informatik studiere, klingt ein Praktikum an der Bio-Fakultät auf den ersten Blick vielleicht etwas fachfremd, war es aber überhaupt nicht. Der Professor, bei dem ich das Praktikum gemacht habe, beschäftigt sich hauptsächlich mit der Erforschung von Fledermäusen und wie diese ihre Umwelt mit Sonar und Echoortung wahrnehmen. Ich habe während den zwei Monaten größtenteils an der Auswertung eines Experimentes gearbeitet, welches in Thailand durchgeführt wurde. Dabei sollte eine Korrelation zwischen der Ausbreitung des Sonarstrahls und der Bewegung der Fledermaus gezeigt werden. Hierfür standen 3D-Tracking Daten zur Verfügung, mit denen man die Position der Fledermaus millimeter-genau bestimmen konnte und Tonaufnahmen der Fledermaus, aus denen die Richtung des Sonarstrahls rekonstruiert werden konnte.
Doch neben der Datenanalyse hatte ich auch ein paar Mal die Gelegenheit mit den Tieren in Kontakt zu kommen. Sowohl in einem Flugraum im Labor, als auch draußen in einer Höhle, wo wir Fledermäuse und deren Junge vermessen haben.
An den Wochenenden waren wir gemeinsam als IAESTE Gruppe immer unterwegs. Es kamen zwar nie alle 20 mit, aber es waren so 10-15 Leute mit denen man neue Ecken im Land erkundet hat. Das geht auch wirklich gut, weil Israel flächenmäßig nicht groß ist, sogar kleiner als Brandenburg. So kommt man gut mit Bussen oder Mietautos durchs Land - ganz in den Norden auf die Golanhöhen, wo es viele Nationalparks mit Wasserfällen und Bergen gibt, an den Jordan und an den See Genezereth, nach Nazareth, Jerusalem und Akko, ans tote Meer und in die Oase Ein Gedi, in die Wüste Negev bis ganz in den Süden nach Eilat, wo es viele Strände gibt an denen man schnorcheln kann und wir sogar mit Delfinen geschwommen sind.
Dass Israel landschaftlich so viele verschiedene, schöne Seiten hat war mir vorher nicht klar und ich war wirklich beindruckt von der Vielfalt des Landes. Israel ist auf jeden Fall eine Reise wert!
Trotzdem gibt es bei vielen Leuten aber immer einen faden Beigeschmack, wenn sie von Israel hören oder man ihnen erzählt, dass man dort für zweimonatiges Praktikum hingeht. Immer wieder hört man, dass es wieder einen Anschlag gab oder erneut Krieg im Gazastreifen herrscht. Glücklicherweise ist in den letzten Jahren ein bisschen mehr Ruhe in das Land eingekehrt und der letzte Krieg ist „schon“ 11 Jahre her. Dafür gibt es seitdem dann sogenannte „Operationen“, die aber eigentlich genauso Krieg sind, nur das man es nicht so nennt. Dass die Israelis immer im Bereitschaftszustand sind, merkt man schon sobald man aus dem Flugzeug steigt und die erste Bahn oder Bus nimmt. Wenn man im Bus einer gleichaltrigen Mädchengruppe gegenübersitzt, die alle ihre Gewehre auf dem Schoß haben und sich freudig über das letzte Wochenende unterhalten (so sah das jedenfalls aus, hebräisch kann ich leider immer noch nicht) war ich schon erstmal etwas irritiert. Aber daran wird man sich wohl gewöhnen müssen, wenn man in Israel leben möchte, denn diese Situation lässt sich nicht einfach so beheben. Trotzdem habe ich mich in keiner Situation unwohl gefühlt oder Angst gehabt, dass etwas passieren könnte. Der Großteil der Bevölkerung will einfach nur in Ruhe und Frieden leben und dies hat man auch gemerkt. Mir sind die Israels immer freundlich gegenüber getreten und haben einem immer gerne weitergeholfen.
Insgesamt hat mir dieser Sommer wirklich unglaublich viel Spaß gemacht, ich habe viele neue Freunde aus anderen Teilen der Welt kennen und lieben gelernt und ein Land entdecken können, was so vielfältig ist, wie ich es bisher noch nicht kennengelernt habe. Ich kann euch nur sagen: reist nach Israel und überzeugt euch selbst! Ihr werdet es nicht bereuen!
Im August 2017 hat es mich für 2 Monate nach Israel verschlagen, genauer gesagt nach Tel-Aviv. Da ich noch eine letzte Klausur Anfang August schreiben musste, kam ich als letzter der insgesamt ca. 20 IAESTE Studenten in Israel an. Die meisten der IAESTE Truppe haben ihr Praktikum am Technion in Haifa gemacht, ich und noch zwei andere haben jedoch in Tel-Aviv gearbeitet. Da IAESTE Israel leider keine Wohnheimsplätze in Tel-Aviv finden konnte, wurde uns angeboten ebenfalls in den Wohnheimen des Technions in Haifa zu wohnen. Das bedeutet aber jeden Tag fast zwei Stunden fahren – in eine Richtung! Da ich absolut keine Lust hatte täglich 4h mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu fahren, habe ich mich selber nach einer Wohnung umgeschaut. Das gestaltete sich jedoch als schwieriger als gedacht, da Tel-Aviv einfach verdammt teuer ist. Unser monatliches Gehalt betrug 2800 NIS (ca. 700€), das Wohnheim in Haifa kostete 1000 NIS, wenn man jedoch nach Zimmern in Tel-Aviv suchte, fingen die gut und gerne bei 3500 NIS an. Nach einigem Suchen habe ich dann ein Zimmer ein einer 5er WG in Florentine gefunden. Florentine ist ein hippes Viertel im Süden von Tel-Aviv, welches auch gerne mit Kreuzberg verglichen wird, da man an jeder Ecke Bars, Restaurants und cooles Graffiti findet. Allerdings ist Florentine auch etwas heruntergekommen und die Fassaden sind hier und dort am Bröckeln, was mich jetzt aber nicht wirklich gestört hat. Trotz der Dauerrenovierung unserer Wohnung, der eritreischen Gospelgesänge von der Kirche unter uns, der lauten Musik vom Tanzstudio gegenüber und der teilweise täglichen neuen Airbnb-Gäste im freien Zimmer, hat mir die Wohnung super gefallen. 15 Minuten Fußweg zum Strand, eine 600m² große Dachterrasse (nein, ich habe mich nicht verschrieben) und vier coole Mitbewohner haben dann doch einfach überwogen.
An der Uni habe ich an der Bio-Fakultät gearbeitet, genauer gesagt im Zoologischen Garten der Uni. Das war ein recht spannender Arbeitsplatz, da ich mir fast jeden Tag auf dem Weg zu meinem Unigebäude den Weg durch eine Schar von Gänsen, Pfauen und Pelikanen Bahnen musste. Da ich eigentlich Informatik studiere, klingt ein Praktikum an der Bio-Fakultät auf den ersten Blick vielleicht etwas fachfremd, war es aber überhaupt nicht. Der Professor, bei dem ich das Praktikum gemacht habe, beschäftigt sich hauptsächlich mit der Erforschung von Fledermäusen und wie diese ihre Umwelt mit Sonar und Echoortung wahrnehmen. Ich habe während den zwei Monaten größtenteils an der Auswertung eines Experimentes gearbeitet, welches in Thailand durchgeführt wurde. Dabei sollte eine Korrelation zwischen der Ausbreitung des Sonarstrahls und der Bewegung der Fledermaus gezeigt werden. Hierfür standen 3D-Tracking Daten zur Verfügung, mit denen man die Position der Fledermaus millimeter-genau bestimmen konnte und Tonaufnahmen der Fledermaus, aus denen die Richtung des Sonarstrahls rekonstruiert werden konnte.
Doch neben der Datenanalyse hatte ich auch ein paar Mal die Gelegenheit mit den Tieren in Kontakt zu kommen. Sowohl in einem Flugraum im Labor, als auch draußen in einer Höhle, wo wir Fledermäuse und deren Junge vermessen haben.
An den Wochenenden waren wir gemeinsam als IAESTE Gruppe immer unterwegs. Es kamen zwar nie alle 20 mit, aber es waren so 10-15 Leute mit denen man neue Ecken im Land erkundet hat. Das geht auch wirklich gut, weil Israel flächenmäßig nicht groß ist, sogar kleiner als Brandenburg. So kommt man gut mit Bussen oder Mietautos durchs Land - ganz in den Norden auf die Golanhöhen, wo es viele Nationalparks mit Wasserfällen und Bergen gibt, an den Jordan und an den See Genezereth, nach Nazareth, Jerusalem und Akko, ans tote Meer und in die Oase Ein Gedi, in die Wüste Negev bis ganz in den Süden nach Eilat, wo es viele Strände gibt an denen man schnorcheln kann und wir sogar mit Delfinen geschwommen sind.
Dass Israel landschaftlich so viele verschiedene, schöne Seiten hat war mir vorher nicht klar und ich war wirklich beindruckt von der Vielfalt des Landes. Israel ist auf jeden Fall eine Reise wert!
Trotzdem gibt es bei vielen Leuten aber immer einen faden Beigeschmack, wenn sie von Israel hören oder man ihnen erzählt, dass man dort für zweimonatiges Praktikum hingeht. Immer wieder hört man, dass es wieder einen Anschlag gab oder erneut Krieg im Gazastreifen herrscht. Glücklicherweise ist in den letzten Jahren ein bisschen mehr Ruhe in das Land eingekehrt und der letzte Krieg ist „schon“ 11 Jahre her. Dafür gibt es seitdem dann sogenannte „Operationen“, die aber eigentlich genauso Krieg sind, nur das man es nicht so nennt. Dass die Israelis immer im Bereitschaftszustand sind, merkt man schon sobald man aus dem Flugzeug steigt und die erste Bahn oder Bus nimmt. Wenn man im Bus einer gleichaltrigen Mädchengruppe gegenübersitzt, die alle ihre Gewehre auf dem Schoß haben und sich freudig über das letzte Wochenende unterhalten (so sah das jedenfalls aus, hebräisch kann ich leider immer noch nicht) war ich schon erstmal etwas irritiert. Aber daran wird man sich wohl gewöhnen müssen, wenn man in Israel leben möchte, denn diese Situation lässt sich nicht einfach so beheben. Trotzdem habe ich mich in keiner Situation unwohl gefühlt oder Angst gehabt, dass etwas passieren könnte. Der Großteil der Bevölkerung will einfach nur in Ruhe und Frieden leben und dies hat man auch gemerkt. Mir sind die Israels immer freundlich gegenüber getreten und haben einem immer gerne weitergeholfen.
Insgesamt hat mir dieser Sommer wirklich unglaublich viel Spaß gemacht, ich habe viele neue Freunde aus anderen Teilen der Welt kennen und lieben gelernt und ein Land entdecken können, was so vielfältig ist, wie ich es bisher noch nicht kennengelernt habe. Ich kann euch nur sagen: reist nach Israel und überzeugt euch selbst! Ihr werdet es nicht bereuen!