Indien - Universität Manipal, Mathematische Fakultät
Vorbereitung
Ich habe im Sommer 2017 ein 8 Wochiges Praktikum in Manipal, Indien absolviert. Es fand an der Mathematischen Fakultät der dortigen Universität statt und behandelte Hypergeometrische und Verallgemeinerte Hypergeometrische Funktionen.In der Vorbereitungsphase kam es leider zu Problemen in der Kommunikation zwischen den verschiedenen IAESTE Ortsgruppen, soadass ich lange im Ungewissen über den Stand meiner Bewerbung blieb. Erst zwei Wochen vor Praktikumsbeginn habe ich eine Zusage erhalten. Ich musste somit auf gut Gluck schon zumindest die Impfungen durchführen. Das Visum und die Flüge konnte ich erst nach der abschließenden Zusage organisieren. Alles war zeitlich sehr knapp. Man versicherte mir, mit dem indischen Ansprechpartner zu reden, damit sich die Situation verbessert.
Da man das Praktikum nur mit einem bestimmten Visum durchführen darf, ist es notwendig auf die Unterlagen des indischen IAESTE Komitees zu warten. Ein Touristenvisum ist nicht ausreichend.
Situation vor Ort und Praktikum
Nach der Ankunft am Flughafen wurde ich mit einem Taxi der Universität abgeholt und nach Manipal gefahren. Dort wurde ich von meinem Buddy von IAESTE empfangen, der mir die wichtigsten Orte in Manipal gezeigt hat. Mir wurde ein Zweibettzimmer zugeteilt, welches ich mir mit einem anderen Praktikanten geteilt habe. Es waren sehr einfache Verhältnisse in der Unterkunft, zum Beispiel gab es weder Bettwäsche noch eine warme Dusche. Zum Glück hatte ich einen Reiseschlafsack für die erste Nacht dabei, später habe ich mir ein Laken und eine Decke gekauft. Dies ist aus finanzieller Sicht kein Problem, eher aus organisatorischer bei später Ankunft. Schwierig ist auch die Situation mehrere Wochen ohne die Möglichkeit einer Waschmaschine auszukommen. Da hilft nur Eimer und Handwäsche.Direkt am ersten Wochende waren Internationale Tage an der Universität und damit verbunden einige Veranstaltungen, auch von IAESTE. Dies war eine gute Gelegenheit, die anderen Praktikanten kennenzulernen. Es waren noch etwa 20 bis 30 weitere internationale Praktikanten an dieser Universität. Viele Veranstaltungen, Ausflüge und Reisen haben wir in Gruppen durchgeführt, es war am Anfang auch kein Problem, sich anderen Unternehmungen anzuschließen. Die Wochenenden hatte ich immer frei, oft auch mit Feiertagen länger Zeit zum Reisen.
Das Praktikum hat sich für mich gelohnt. Es fand an dem Mathematischen Institut der Universität statt, ich wurde von einer Professorin betreut. Gearbeitet habe ich entweder im Büro der Professorin oder in der Bibliothek. Diese war nur in der Prüfungsphase sehr voll, ansonsten gab es immer freie Plätze. Nach einer Einarbeitungszeit mit Übungsaufgaben habe ich Ergebnisse aus aktuellen Papern weiter verallgemeinert und andere Spezialfälle untersucht. Schließlich habe ich einige neue Ergebnisse bekommen und ein Paper verfasst. Dieses soll demnächst
veroöffentlicht werden. Es gab allerdings keine Computer Arbeitsplätze an der Universität, wovon ich leider nichts vorher wusste. Es ist empfehlenswert, einen eigenen Laptop mitzubringen.
Essen
In dem Zimmer, das ich bewohnte, gab es keine Kuche, sodass ich jeden Tag essen war. Meistens haben wir uns in einer Gruppe zusammen geschlossen und im Food Court oder einem der zahlreichen Restaurants gegessen. Dies ist für deutsche Verhältnisse mit 3 bis 4 Euro pro Gericht sehr günstig. Ferner gibt es vor Ort eine Cafeteria, welche noch günstiger ist, hier wird man für 2 bis 3 Euro satt.Das Indische Essen erschien mir am Anfang immer etwas scharf, ich habe mich aber schnell daran gewohnt und nach einer Weile merkt man gar keine Schärfe mehr. Wasser habe ich ausschlielich aus versiegelten Flaschen getrunken. In einigen der besseren Restaurants konnte ich das gefilterte Wasser ohne Probleme trinken, auch zum Zähne Putzen habe ich gefiltertes Wasser genommen. Auf keinen Fall sollte man Wasser aus der Leitung trinken.